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Pothole Rodeo 2017 Teil 3
Mir einem Porsche rund um das Mittelmeer. Das war eigentlich der ursprüngliche Plan von Reinhard Decker. Herbert Stampfer hatte einen anderen Plan. Von Österreich nach Istanbul, die alte Gastarbeiterroute. Wie wir wissen, sind beiden Pläne derzeit in der Realität schwer umsetzbar. Sowohl aus politischen Gründen, als auch aufgrund der Flüchtlingsproblematik. Trotzdem haben beide ihre Pläne weiterverfolgt und etwas adaptiert und sind in der Realisierungsphase. Aus dem Porsche wurde ein mehr als 20 Jahre alter Audi A6 Kombi, immerhin mit ein KFZ Kennzeichen „MD 911 JK“ und aus dem Mittelmeer wurde das schwarze Meer. Es findet zwar keine Umrundung statt, aber der östlichste Punkt ist das schwarze Meer. Das Ziel ist Split in Kroatien am Mittelmeer. Aus der ursprünglichen Privatfahrt wurde eine Teilnahme an der Pothole Rodeo 2017. Die Pothole Rodeo ist ein Abenteuer Roadtrip, auch bekannt als Balkan Rallye, Banger Rallye, Schrottautoralley, Billigautorallye, Fun Rallye, 500 Euro Rallye oder Gumball 3000 für „Normalbürger“.

In einer Woche geht es 4000 km durch 11 Länder mit einem mindestens 20 Jahre alten Auto. Der Start findet in Graz am 8.7.2017 statt und Ziel ist am 15.7.2017 in Split. Die Übernachtungen erfolgen in Debrecen/Ungarn, Sibiu/Rumänien, Sunny Beach/Bulgarien, Ierissos/Griechenland, Dhermi/Albanien, Prishtine/Kosovo, Sarajevo/Serbien und Split/Kroatien.  Wenn man sich die Nächtigungsorte durchliest, dann ist man erleichtert, dass man nicht wirklich mit einem Gumball 3000 Auto oder einem Porsche unterwegs ist, sondern nur mit einem „500 €uro Auto“. Die Herausforderung ist ja auch nicht, möglichst schnell von A nach B zu kommen, sondern anzukommen. Nicht jede Straße ist asphaltiert und wie der Name der Rallye schon sagt „Pothole“ ist durchaus auch mit Schlaglöchern zu rechnen. Bodenfreiheit ist gefragt, ein Geländeauto oder Allradantrieb muss es nicht unbedingt sein. Aber tiefergelegte „Asphaltkratzer“ sind hier fehl am Platz.  Warum 500€ Rallye: Es kostest fast alles 500€, nicht insgesamt sondern aufgelistet. 500€ Nenngeld, max. 500€ Anschaffungskosten des mindestens 20 Jahre alten Autos, ca. 500€ Spritkosten inklusive Anreise nach Graz und Rückreise von Split, ca. 500€ Übernachtungskosten wenn mittelklassige Hotels in Anspruch genommen werden. Ob allerdings 500€ reichen, das „500€ Auto“ langstreckentauglich, verkehrssicher und pickerlfähig zu machen, obliegt jedem selbst. Handwerkliche Fähigkeiten mit kraftfahrzeugtechnischen Kenntnissen können sicher nicht schaden, sowohl in der Vorbereitungsphase als auch bei der Rallye selbst. Improvisieren sollte man auch gut können.
Ca. 100 Teilnehmerfahrzeuge werden an den Start gehen, stark vertreten sind die Marken Mercedes mit dem 124 Modellreihe, aber auch vom VW Konzern sind mit Audi und VW einige Fahrzeuge am Start. Sollten auf der Fahrt Ersatzteile benötigt werden, die nicht mitgeführt werden, ist ein Volumenmodell von Vorteil, welches eventuell auch im Balkan  verbreitet ist. Bei exotischen Modellen könnte eine Ersatzteilbesorgung schwierig werden. Inklusive dem Organisationsteam werden ca. 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei sein. Das Teilnehmerfeld ist bunt gemischt von jung bis alt, Österreicher, Deutsche und Schweizer, Männer und Frauen. Wobei die Männer natürlich in der Überzahl sind.  Pro Auto sind mindestens 2 Personen am Start, es können aber auch mehr sein. Kombis sind sicher von Vorteil, Kleinwagen eher von Nachteil. 90 PS sollten es schon sein, um auch vorwärts zu kommen. Unser Audi A6 2,5 TDI hat 140 PS an Bord, das sollte reichen, um ein zügiges vorankommen zu garantieren. Wie es uns ergangen ist, werdet ihr nach dem 15.7.2017 erfahren. Link: http://www.pothole-rodeo.com/home.html Februar 2017

 
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Audi A6 Kombi 2,5 TDI 140PS Bj: 96

Pothole Rodeo 8-15.7. 2017, Das 500€ Auto für die 500€ Rallye, Teil 2

Nachdem ich den Mitsubishi bei 2 Mitsubishi Werkstätten kurz durchchecken lies, bekam ich die Auskunft, dass wahrscheinlich eine Einspritzdüse nicht richtig arbeitet, das sagt zumindest der Fehlerspeicher. Der Mechaniker „meines Vertrauens“ ist normalerweise mit hochpreisigen Oldtimer beschäftigt, aber aufgrund einer freundschaftliche Verbindung, hat er sich meinen 500€ Youngtimer (19 Jahre)  ansehen, ohne Auslesegerät. Er kam auf ein anderes Ergebnis. Die systematische Fehlersuche ergab, dass der Temperaturfühler einen schlechten Kontakt oder gar keinen hatte und somit der Motor in den Notlauf schaltete und somit zu fett einspritze. Die Wahrscheinlichkeit, dass durch den Auffahrunfall der Temperaturfühler Probleme machte, scheint nachvollziehbar zu sein. Lt. Mitsubishi Werkstätten hätte es angefangen von den Einspritzdüsen bis zur Verkokung, dass bei Benzin Direkteinspritzmotoren auftritt, alles sein können, und das wäre ins Geld gegangen. Bei der letzten Ausfahrt nach Hollabrunn waren zumindest die Verbrauchswerte wieder normal und beliefen sich bei ca. 8l/auf 100km. Davor haben sich diese bei 11,5l/ auf 100km bewegt. Somit sollten jetzt auch die Abgaswerte wieder passen, das ja der Hinderungsgrund war, warum eine positive Pickerlüberprüfung bis jetzt nicht möglich war. Rost und Verschließ ist beim Carisma  keine Thema. Da ich keine 2 Autos für die Rallye benötige und mein Beifahrer inzwischen auch ein Teilnehmerauto einen Audi A6 Kombi TDI erworben hat, wäre es an der Zeit, zumindest ein Auto von mir wieder los zu werden. Gesagt getan, wenn das so einfach wäre. Da der Astra ja noch nicht auf mich angemeldet ist, habe ich versucht, den Astra zu verkaufen. Gültiges Pickerl bis 4/2017 + 4 Monate, da sollte ein Verkauf keine Problem sein. So in der Theorie und wie sieht die Praxis aus? Der erste Interessent kommt aufgrund meines Inserates und besichtigte des Astra. Das der Astra optisch keine Perle ist, habe ich im Inserat nicht verschwiegen, auch die 19 Jahre haben einige Spuren hinterlassen, aber technisch ist er ok und er fährt sich auch brav. Mit 75 PS ist er natürlich kein „Rennwagen“. Die seitlichen Kratzspuren haben dem ersten Interessenten nicht gepasst. Weiters waren die fehlenden Winterreifen ein Problem. Also wurde draus nichts. Im „Willhaben“ Winterreifen gesucht und gefunden, unter günstig und zum Glück sehr in meiner Nähe. Also nochmals investieren, bevor der Nächste kommt. Wenn er kommen würde! Die Leute rufen an, sagen sie kommen, und kommen dann nicht. Ich bin öfters früher nach Hause gegangen, um mich mit Interessenten zu treffen und habe ich gewartet und gewartet, zum vereinbarten Zeitpunkt und umsonst. Endlich nach einigen Tagen meldete sich wieder ein Interessent. Er hat sich dann am Abend mit seinem Freund, für den das Auto bestimmt iwar, angesehen. Die Probefahrt gestaltete sich als eher undurchsichtig. Die Windschutzscheibe war durch das lange Stehen innen angelaufen und lichtete sich erst nach einigen Kilometern. Leider wieder nichts. Ich habe das Auto auch einem Freund angeboten, der ebenfalls ein billiges und verlässliches Auto sucht. Schließlich am Sonntagabend sind die nächsten Interessenten gekommen. Das junge Paar suchte ein Baustellenfahrzeug mit großem Platzbedarf, Anhängekupplung und guten Transportmöglichkeit. Die Probefahrt gestaltete sich als zufriedenstellend. Nach kurzer Verhandlung sagten sie zu. Das Auto wurde mit einem Anhänger abgeholt. Ich hatte ein Auto weniger. Jetzt konnte ich mich wieder auf den Carisma konzentrieren. Die Pickerlüberprüfung im Jänner 2017 klappte, die Abgaswerte passten wieder und der Mitsubishi hat wieder ein gültiges Pickerl bis 11/2017 und 4 Monate.  Jänner 2017
                                      
Opel Astra 1,6l 75 PS, Kombi Bj: 1997                                    Mitsubishi Carisma 1,8 GDI 125 PS, Bj: 1997

Pothole Rodeo 8-15.7. 2017, Das 500€ Auto für die 500€ Rallye Teil  1

Liebe Autofreunde, ich war auf der Suche nach einem Auto und es sollte nicht 500.000.- nicht 50.000.- und auch nicht 5000.- sondern nur 500€ kosten in der Anschaffung. Und zusätzlich muss es im Jahre 1997 zugelassen sein, oder davor, also im Jahr 2017 mindestens 20 Jahre alt sein. Und natürlich sollte es ein gültiges Pickerl haben, bzw. noch eines bekommen. Neue und neuwertige Fahrzeuge sind für Pauschaltouristen und Lignano Urlauber, aber nichts für uns! Mit einer alten Kiste quer durch den Balkan ­ this is how we do it! Die Suche im Internet gestaltete sich als herausfordernd. Gibt es diese Autos überhaupt? Und warum nur 500€? Die „Schlaglochrallye“  http://www.pothole-rodeo.com/home.html geht von Graz, über Ungarn, Rumänien, Bulgarien an das schwarze Meer und dann zurück über Griechenland, Albanien, Kosovo, Serbien, Bosnien, nach Split in Kroatien.
Hier ist die Gefahr, dass etwas mit einem 20 Jahre alten Auto und einem Anschaffungspreis von ca. 500€ passiert, geringer, als mit einem neueren und teuren Auto. Und sollte das Auto einen Schaden nehmen und irreparabel sein, einfach Nummertafel herunter und umsteigen auf ein anderes Auto, welches Platz habt. Also Fahren fast ohne Sorgen.
Das ideale Auto wäre ein VW Passat Variant Allrad/Syncro gewesen, oder ein VW Golf Kombi syncro TDI mit 90PS. Leider sind die meisten dieser Autos in einen sehr schlechten Zustand und wenn sie gut gewartet und optisch gut sind, nicht um diesen Preis zu haben. Wobei z.B. eine schlechte Optik ja von Vorteil wäre, nur die Technik muss stimmen und das Pickerl sollte gültig bzw. möglich sein. Abgeblätterter Lack, sich lösender Klarlack, ev. ein Hagelschaden, oder ein Rattendesign wäre ein Vorteil, wobei hier zu unterscheiden ist, denn richtige „Ratten“ kosten ja wieder richtig viel Geld.
Was ist eine „Ratte“? Bei dieser neuen Art von "Car-Kult", wird gänzlich auf Hochglanz-Karossen und Makellosigkeit verzichtet. Der Effekt bleibt hier trotzdem nicht unbeachtet. Sind die "Auto-Ratten" doch einem ganz natürlichem Alterungsprozess durchlaufen und sehen teilweise aus, wie soeben von einem Schrottplatz oder dem nächsten Seeufer "erlöst". Kratzer, großflächiger Rost, Moosbewachsung, statt glänzenden Chrom und Beulen, sollen hier einfach nur den einzigartigen automobilen Charakter darstellen. Technisch gesehen, sind diese Fahrzeuge allerdings meist, in einwandfreiem Zustand. Interessant sind diese Fahrzeuge (Modelpalette egal - meist jedoch Young-/oder Oldtimer) allemal und eine kleine Fan-Scene, haben diese Auto-Ratten, jedenfalls bereits schon gefunden.
Meine langwierige Suche brachte mich schließlich auf einen Opel Astra 1,6l Limousine mit leichten Fronschaden um 300€. Leider war das Auto schon verkauft. Auch der zweite Opel Asta 1,6l Kombi um 600€ war schon verkauft, obwohl die beiden Autos sich noch immer im Internet tummelten. Ich konzentrierte meine Suche hauptsächlich auf das nähere Umfeld in Wien. Schließlich fand ich einen Opel Astra Kombi 1,6l mit 75 PS. Angeschrieben war das Auto mit 900€, noch angemeldet, aber Pickerl abgelaufen mit 04/2016+4 Monate und zu besichtigen im 23. Bezirk, also  bei mir um die Ecke. Gleich bin ich mit dem Fahrrad zur Besichtigung gefahren. Annette meine Frau ist auch dabei gewesen. Das sich der Verkäufer etwas verspätete, habe ich mir das Auto von außen ausgesehen. Einige Gebrauchsspuren und leichter Rost, aber sonst eigentlich in Ordnung. Nachdem der Verkäufer gekommen ist, habe ich eine Probefahrt im Hof gemacht. Beim Bremskraftverstärker war ein leichtes Pfeifen zu hören. Die Preisverhandlung gestaltete sich sehr einfach, nachdem ich sagte, ich sehe das Auto mit dem abgelaufenen Pickerl und dem Pfeifen bei der Bremse bei 500€, sagte der Verkäufer, ok. Ich kaufte das Auto. Am nächsten Tag stellte ich es zu einer Werkstätte und wollte das Pickerl machen lassen, als ich in der Werkstatt angerufen habe, bekam ich eine ernüchternde Antwort. Wahrscheinlich ist der Bremskraftverstärker kaputt und so bekomme ich kein Pickerl. Ohne Pickerl keine Anmeldung. Da ich vom Verkäufer auch alle Rechnungen und Pickerlberichte bekommen habe, war meine Idee, zum Mechaniker des Vertrauens zu fahren, der das Auto kennt, um hier das ersehnte Pickerl mit geringen Kostenaufwand zu bekommen.
Sogleich machte ich mich aber auf die Suche nach einem neuen „Prunkstück“. Leicht angefressen auf mich und die Welt, dass gerade mir sowas passiert, wie mit dem Bremskraftverstärker, fand ich einen Mitsubishi Carisma 1,8 GDI wieder im 23. Bezirk. Leichter Frontschaden, kein Flüssigkeitsverlust, beide Scheinwerfer kaputt, aber fahrbar, und nur 85.000km auf dem Tacho, und was wichtig war, ein gültiges Pickerl.  Das Auto war bereits abgemeldet und musste aus der Tiefgarage. Nachdem ich die Motorhaube geöffnet habe, sah ich keinen Grund dieses Auto nicht zu kaufen, da eigentlich nur die zwei Frontscheinwerfer zum Tauschen waren. Alles andere sollte so zum Richten sein. Also kaufte ich auch dieses Auto, diesmal in Abwesenheit meiner Frau. Nachdem ich das Auto geholt hatte und auf unseren Hausabstellplatz parkte, wusste ich natürlich, jetzt kommt die große „Predigt“. Zuerst sagte ich, ich kaufe mir erst im Frühjahr 2017 ein 500€ Auto, um das Abstellproblem über den Winter nicht zu haben und jetzt habe ich gleich zwei Autos vor dem Winter gekauft. Das Bremskraftverstärkerproblem wurde inzwischen gelöst und der Opel Astra Kombi hat ein gültiges Pickerl, aber dafür macht der Mitsubishi etwas Probleme, derzeit scheint es, dass er nur auf 3 Zylinder läuft, doch der Mechaniker meines Vertrauens wird sich das ansehen.     
Oktober 2016